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Hämorrhoiden durch Stress? Wirksame Gegen-Strategien

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Hämorrhoiden werden durch Stress begünstigt

Man hetzt von Termin zu Termin, wälzt Probleme aus der Arbeit auch zu Hause, bewegt sich kaum und greift aus Zeitmangel oft zu Fast Food – purer Stress für den Körper! Obendrauf kommen: Hämorrhoiden. Während ein direkter Zusammenhang zwischen Hämorrhoiden und Stress nicht wissenschaftlich bewiesen ist, kann man durchaus von einem indirekten Zusammenhang sprechen.

Stress begünstigt Risikofaktoren für Hämorrhoiden

Denn zum einen wurde Übergewicht von Medizin-Experten als Auslöser für Hämorrhoiden identifiziert (Johanson / Sonnenberg 1994; Riss et al. 2012).

Zum anderen begünstigen scharfe Speisen, erhöhter Alkoholkonsum und Verstopfung Hämorrhoiden (Pigot / Siproudhis / Allaert 2005). 

Darüber hinaus scheinen auch Depressionen eine Rolle bei der Entstehung von Hämorrhoiden zu spielen (Lee et al 2014).

Kurz gesagt: Bei Hämorrhoiden-Beschwerden macht es durchaus Sinn, seinen Lebensstil genauer unter die Lupe zu nehmen.


Nehmen Sie Ihr Verhalten in stressigen Zeiten unter die Lupe

Hinterfragen Sie eingefahrene Verhaltensweisen, die Sie in stressigen Zeiten an den Tag legen. Denn diese können die Auslöser für Hämorrhoiden sein.

Diese Fragen liefern erste Anhaltspunkte:

Geschäftsmann unter Stress

Bin ich häufig unter Druck und angespannt?

Innere Anspannung kann zu einem erhöhten anatomischen Druck auf die Hämorrhoiden-Polster führen.

Burger und Pommes fehlt es an Ballaststoffen

Esse ich genügend Körner, Nüsse, Hülsenfrüchte sowie Obst und Gemüse? 

Eine ballaststoffarme Ernährung löst häufig Verstopfung aus, die wiederum Hämorrhoiden hervorrufen kann.

Das richtige Klopapier wirkt bei Hämorrhoiden Wunder.

Nehme ich mir die Zeit für die richtige Analhygiene?

Raues Klopapier und stark parfümierte Feuchttücher tragen zur Reizung des Analbereichs bei. 

Zeitdruck beim Stuhlgang begünstigt Hämorrhoiden

Verschiebe ich aus Zeitdruck meine Stuhlgänge häufig?

Ist der Tagesablauf stark durchgetaktet, sind Stuhlgänge nur in bestimmten Zeitfenstern möglich. Starkes Pressen ist die Folge, was ebenfalls Hämorrhoiden auslösen kann.

Hämorrhoiden durch Stress? Bewegung hilft

Bewege ich mich ausreichend bzw. sitze ich hauptsächlich?

Fehlt es an der täglichen Bewegung, kommt der Darm nur schlecht in Schwung. Die Verdauung gerät ins Stocken. Hämorrhoiden können die Folge sein.

Alkohol gilt als Risikofaktor für Hämorrhoiden

Baue ich gerne bei Bier, Wein und einer Zigarette Stress ab?

Alkohol und Nikotin gelten laut einiger medizinischer Studien ebenfalls als Risikofaktoren für ein Hämorrhoidalleiden.

Was kann man bei Hämorrhoiden, die durch Stress verursacht wurden, tun?

Wenn Sie einige der oben genannten Fragen mit einem “Ja” beantwortet haben, ist es ratsam, Ihrem Körper und Geist wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Kurzum: Schon eine geringe Anpassung des Lebenswandel kann, vor allem bei niedriggradigen Hämorrhoiden, dazu führen, dass die Hämorrhoiden-Symptome merklich nachlassen.

Probieren Sie es aus: Manche Stressauslöser – besonders berufliche – lassen sich nur schwer kontrollieren. Allerdings haben Sie es in der Hand, wie Sie mit Termindruck, Hektik im Büro und Konflikten umgehen. Auch eine bewusstere Ernährung und kleine Bewegungseinheiten im Alltag wirken oft Wunder.


Wirksame Strategien bei Hämorrhoiden durch Stress

Achtsamkeitsübungen

⇒ Eine Möglichkeit, trübe Gedanken zu vertreiben und sich Dankbarkeit, Achtsamkeit, Gelassenheit und Selbstliebe zu üben, ist ein sogenanntes Achtsamkeits-Tagebuch*. Indem Sie sich nur wenige Minuten am Tag sich auf das Positive in Ihrem Leben fokussieren, stoppen Sie das negative Gedankenkarussell. Die innere Anspannung nimmt ab.


Ballaststoffreiche Ernährung ohne große Vorbereitung

⇒ Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit (rd. 2 Liter täglich) zu sich. Eine einfache Möglichkeit ist, sich Samen bspw. unter das Müsli oder Süßspeisen zu mischen. U.a. verfügen Flohsamenschalen* , ganze* oder geschrotete Leinsamen* über einen hohen Ballaststoffgehalt.


Einfach umzusetzende Analhygiene

⇒ Empfehlenswert sind Sitzbäder. Das Sitzbad hat den Vorteil, dass es 1. leicht anzuwenden ist, 2. die Analhygiene fördert und 3. durch Badezusätze wie Kamille* oder Eichenrinde* eine zusätzliche lindernde Wirkung besitzt. 


Richtiges Stuhlverhalten üben

⇒ Dazu zählt das Vermeiden von Pressen und die Einhaltung einer “1-3-Regel”. Das heißt, wenn möglich max. 1 mal am Tag Darmentleerung und max. 3 Minuten Sitzung. Beim Stuhlgang kann ein medizinischer Toilettenhocker* helfen. Dieser verspricht laut Hersteller einen schnelleren, schmerzfreien, vollständigen Stuhlgang.


5 Tipps für mehr Bewegung im Alltag

  1. Bei sitzenden Berufen: Es gibt etwas mit einem Kollegen zu klären? Schreiben Sie einmal keine Mail, sondern schauen Sie direkt bei Ihrem Kollegen oder Ihrer Kollegin persönlich vorbei.
  2. Bei langen Arbeitszeiten: Nutzen Sie die Mittagspause für einen 20-minütigen Spaziergang. 
  3. Bei kleinen Kindern: Planen Sie Freizeitaktivitäten ein, die Spiel und Spaß an der frischen Luft beinhalten. Gehen Sie auf Entdeckungstour – sowohl der Wald* als auch die Stadt* eignen sich dafür.
  4. Zuhause: Sie haben ein längeres Telefonat mit Freunden oder Familie eingeplant? Meiden Sie die Couch, gehen Sie stattdessen in der Wohnung umher.
  5. Zuhause: Das Altglas stapelt sich? Gehen Sie zu Fuß zum Altglascontainer und erledigen Sie dabei noch eine lästige Aufgabe.

TIPP: Wie Sie mit Bewegung vorbeugen und heilen, wird anschaulich in dem Buch “Die Bewegungs-Docs – Bewegung als Medizin: Schritt für Schritt gesund und fit werden” * beschrieben.


Stressabbau ohne Glimmstengel

Nikotin-Ersatz* ist eine gute Möglichkeit, das Verlangen nach der Zigarette zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen.

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Nikotin begünstigt Hämorrhoiden

Fazit

Um Hämorrhoiden durch Stress zu vermeiden, schenken Sie Ihrem Körper und Geist die notwendige Aufmerksamkeit. Bereits kleine Anpassungen des Lebenswandels haben häufig eine große Wirkung! 

Dazu zählen:

  • Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst.
  • Eine ballaststoffreiche Ernährung, die sich auch im hektischen Alltag umsetzen lässt.
  • Kleine Bewegungseinheiten, die den Darm in Schwung bringen.

Weitere Ursachen für Hämorrhoiden nicht außer Acht lassen!

Darüber hinaus sind sich Darm-Experten einig, dass es noch zahlreiche andere Ursachen für Hämorrhoiden gibt. Lesen Sie bei Interesse hier weiter.


Quellen:

Johanson JF, Sonnenberg A (1994): “Constipation is not a risk factor for hemorrhoids: a case-control study of potential etiological agents” in: Am J Gastroenterol 1994; 89(11): 1981–6.

Lee J, Kim H, Kang J, Shin, J, Song, Y (2014): “Factors associated with hemorrhoids in korean adults: korean national health and nutrition examination survey.” in: Korean J Fam Med 2014; 35(5): 227–36.

Pigot F, Siproudhis L, Allaert FA (2005): “Risk factors associated with hemorrhoidal symptoms in specialized consultation” in: Gastroenterol Clin Biol. 2005;29(12):1270-1274.

Riss S, Weiser FA, Schwameis K, et al. (2012): “The prevalence of hemorrhoids in adults.” in: Int J Colorectal Dis 2012; 27(2): 215–20.

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