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Sind Hämorrhoiden erblich? Ein Blick auf die Gene lohnt sich

Genetische Analysen geben Ausschluss darüber, ob Hämorrhoiden erblich sind.

In einer neuen Studie liefert ein internationales Forscherteam bahnbrechende neue Erkenntnisse rund um die Ursache von Hämorrhoiden: Die Gene spielen als Risikofaktor eine wichtige Rolle. Sind Hämorrhoiden also erblich und was heißt das für Betroffene? In diesem Beitrag erfahren Sie dazu mehr.

Hämorrhoiden gelten in der Fachwelt als ”understudied disease”, also eine Erkrankung, zu der es nur relativ wenige Studien gibt.

Das verwundert, denn es handelt sich schließlich bei Hämorrhoiden schon beinahe um eine Volkskrankheit. Manche Studien gehen sogar davon aus, dass fast jeder Mensch auf der Welt an einer bestimmten Form von Hämorrhoiden leidet (z.B. Haas et al 1983).

Hämorrhoiden und ihre Ursachen

Zwar ist man sich in der Medizin über viele Ursachen und Risikofaktoren für Hämorrhoiden einig: Z.B. gelten Fettleibigkeit, Verstopfung, ballaststoffarme Ernährung, eine Schwangerschaft, sitzende Berufe oder auch die falsche Position beim Stuhlgang etc. als Auslöser von Hämorrhoiden.



Hämorrhoiden – Veranlagung bzw. erblich?

Allerdings fehlt noch ein letztes Puzzlestück, um das Geheimnis um die Ursachen für Hämorrhoiden zu lösen. Viele Betroffene vermuten auch, dass Hämorrhoiden erblich bzw. Veranlagung sind.

So falsch liegen sie damit nicht. Denn eine aktuelle Studie eines internationalen Forscherteams – unter Beteiligung des deutschen Exzellenzclusters „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen” – kommt zu dem Ergebnis: Die Gene spielen bei Hämorrhoiden eine wichtige Rolle.

Knapp 1 Mio. Probanden machten bei Hämo-Studie mit

Die Studie gilt auch deshalb als bahnbrechend, weil sie eine riesige Anzahl von Menschen (insgesamt 944.000) in die Studie einbezieht. Das ist eine sehr gute Datenbasis für wissenschaftliche Studien.

Konkret werden in der Hämorrhoiden-Studie die Gene von 220.000 Menschen mit Hämorrhoidalleiden mit denen von 730.000 Menschen ohne Hämorrhoiden verglichen.

Risikogene spielen wichtige Rolle bei Hämorrhoiden

Insgesamt hat das Forscherteam 102 sogenannte Risikogene identifiziert. Wer Träger solcher Gene ist, ist also einem erhöhten Risiko ausgesetzt, in seinem Leben an Hämorrhoiden zu erkranken.

Die identifizierten Risikogene sind nur in bestimmten Körperregionen zu finden. Und zwar liegen die Risikogene vor allem in den Körperregionen vor, die für die “mechanische” Ursache von Hämorrhoiden verantwortlich sind: den Blutgefäßen in den Hämorrhoidalpolstern.

Damit konnten die Forscher erstmals Hinweise darauf finden, dass Hämorrhoiden vermutlich v.a. ausgelöst werden durch:

  • eine Fehlfunktion der glatten Muskulatur,
  • der Blutgefäße sowie
  • des Bindegewebes.

Fazit

  • Die gute Nachricht: Man weiß nun besser darüber Bescheid, was Hämorrhoiden verursacht und kann gezielt Therapien, auch für nicht-operative Eingriffe, entwickeln. Denn durch Genanalysen kann ein erhöhtes Erkrankungsrisiko frühzeitig (z.B. in jungen Jahren) erkannt werden.
  • Die “schlechte” Nachricht: Eine schnelle Lösung des Problems Hämorrhoiden gibt es nach wie vor nicht. Allerdings können Menschen mit einem erhöhten Risiko, an Hämorrhoiden zu erkranken, gezielt mit der richtigen Lebensweise vorbeugen. Alltagshilfen wie Sitzbäder*, orthopädische Sitzkissen* und Sitzringe* lindern außerdem unangenehme Hämorrhoiden-Symptome.

Quellen:

Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen (PMI), Pressemeldung 22.04.21: Umfangreiche Gen-Studie bringt neue Erkenntnisse zu den Ursachen von „Hämorrhoiden“; abgerufen unter: https://bit.ly/3dL1r2t.

Haas PA. Haas GP, Schmaltz S, Fox TA, Jr. The prevalence of hemorrhoids. Dis Colon Rectum 1983;26:435-9.

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