Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen und Behandlung

Der vollständige Überblick 2021

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Hämorrhoiden auf einen Blick, verständlich aufbereitet: von den Ursachen von Hämorrhoiden bis hin zu den typischen Hämorrhoiden-Symptomen sowie den unterschiedlichen Möglichkeiten der Behandlung von Hämorrhoiden.

Nutzen Sie die nachfolgenden Informationen und Tipps, um Ihre Hämorrhoiden-Symptome richtig zu deuten sowie Ihren Lebensstil gezielt anzupassen. Gerade bei einem Hämorrhoidalleiden im Anfangsstadium kann eine minimale Veränderung des Lebenswandels die Beschwerden und die Hämorrhoiden-Symptome deutlich verringern!

Was sind Hämorrhoiden und wodurch entstehen sie?

Informieren Sie sich über die Schweregrade von Hämorrhoiden und lernen Sie die Risikofaktoren für deren Entstehung kennen.

An welchen Symptomen erkennt man Hämorrhoiden?

 Lernen Sie die Ursachen für die Hämorrhoiden-Symptome wie Jucken, Nässen und Bluten kennen. Erfahren Sie, wann Verwechslungsgefahr besteht.

Was hilft wirklich gegen Beschwerden bei Hämorrhoiden?

Richtet sich an alle, die mit einer sanften Anpassung ihres Lebensstils ihre Hämorrhoiden-Beschwerden mit den typischen Symptomen verringern wollen.

Ursachen von Hämorrhoiden

Warum ist das Thema Hämorrhoiden und Hämorrhoiden-Symptome überhaupt relevant?

Hämorrhoiden gehören in den westlichen Industrienationen zu einer der häufigsten Erkrankungen des Menschen. Medizinische Studien gehen davon aus, dass 70% der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal von Hämorrhoiden-Symptomen betroffen sein werden! Bei den Fallzahlen besteht wohl eine hohe Dunkelziffer. Dies liegt vor allem daran, dass nur wenige der Betroffenen sich in ärztliche Behandlung begeben. Stattdessen ziehen die meisten eine Selbstbehandlung vor und werden somit in medizinischen Statistiken und Studien nicht erfasst.

Nur 1,5% aller Fälle mit Hämorrhoiden-Symptomen werden operiert

Am häufigsten handelt es sich bei Hämorrhoiden-Symptomen um leichtere Beschwerden im Bereich der Schweregrade 1 und 2 (rund 80-90%). Diese Hämorrhoiden-Symptome werden oft mit einfachen Mitteln und ohne Arztbesuch behandelt. Allein für Deutschland rechnet die Forschung mit rund 3,3 Millionen Erkrankten pro Jahr, die sich in ärztliche Behandlung geben. Insgesamt gehen die Studien davon aus, dass nur rund 1,5% aller Fälle operiert werden.

Bestseller Hämorrhoiden-Salben

Hämorrhoiden-Symptome treten meist im mittleren Lebensalter auf

Am häufigsten kommen Hämorrhoiden-Symptome zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr vor. Es besteht aber auch durchaus die Möglichkeit, bereits in jungen Jahren an Hämorrhoiden zu erkranken. Die Ursachen können hierfür höchst unterschiedlich sein. Auch der Autor dieses Artikel litt bereits mit Mitte 20 an Hämorrhoiden-Symptomen. 

Tabu-Thema Hämorrhoiden-Symptome mit hoher Relevanz

An den genannten Zahlen zeigt sich, dass das Thema Hämorrhoiden gesellschaftlich ein absolutes Tabu-Thema ist! Viele Menschen schämen sich, mit ihren Hämorrhoiden-Symptomen zum Arzt zu gehen. Manchen Betroffenen ist es selbst zu unangenehm, mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner über das Thema zu sprechen. Denn der Po und ganz besonders der After gelten als einer der letzten Schambereiche des Körpers, an den man nicht einmal Ärztinnen und Ärzte heranlassen möchte.

Was sind Hämorrhoiden?

Grundsätzlich sind Hämorrhoiden eigentlich nichts Schlimmes, denn jeder Mensch hat von Natur aus Hämorrhoiden. Ganz im Gegenteil: Hämorrhoiden sind Gefäßpolster am unteren Bereich des Mastdarms (oft auch Rektum genannt). Diese Gefäßpolster bestehen aus einem Arterien- und Venengeflecht.

Die Aufgabe der Hämorrhoiden ist die Kontinenz, also das Ausscheiden von Kot aus dem Darm zu verhindern. Ganz genau gesprochen sind Hämorrhoiden ein Teil des gesamten menschlichen Kontinenz-Systems und im Detail für die letztliche “Feinabdichtung” des Darms zuständig. Denn der Schließmuskel ist nicht für eine 100%ige Abdichtung des Darms ausreichend. Erst die Hämorrhoiden ermöglichen den dichten Verschluss des Darms. Experten gehen davon, dass die Hämorrhoidenpolster rund 15 bis 20% der Kontinenz ausmachen und insbesondere Gase und flüssigen Stuhl zurückhalten.

Funktionsweise von Hämorrhoiden

Wie genau funktionieren nun Hämorrhoiden? Stark vereinfacht erklärt, füllen sich die Hämorrhoiden bei Anspannung des Schließmuskels mit Blut und sorgen durch die damit entstehende Ausdehnung für die abdichtende Wirkung des Analkanals. Beim Stuhlgang entleeren sich die Hämorrhoiden wieder. Die exakte Funktionsweise wurde von der Wissenschaft bis heute nicht abschließend erforscht!

Problematisch: vergrößerte Hämorrhoiden

Sie sehen also, wenn wir von Hämorrhoiden an sich sprechen, dann ist das zunächst eigentlich noch keine Krankheit. Im Gegenteil, Hämorrhoiden sind wichtig und nützlich für den Menschen. Erst wenn diese nützlichen Hämorrhoiden auffällig werden, d.h. sich vergrößern oder gar heraustreten, kann es zu Problemen kommen. Manche Menschen merken gar nichts von der Vergrößerung. Erst wenn sich Hämorrhoiden-Symptome wie Jucken, Bluten, Brennen, Nässen bemerkbar machen (erfahren Sie hier mehr zu Symptomen von Hämorrhoiden), dann kommt es zum eigentlichen Hämorrhoidalleiden, was umgangssprachlich meist nur als “Hämorrhoiden” bezeichnet wird.

hämorrhoiden: mann mit schmerzen

Welche Schweregrade des Hämorrhoidalleidens gibt es?

Wenn Sie mit Hämorrhoiden-Symptomen eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen, wird dieser die Hämorrhoiden in Schweregrade einteilen. Der Schweregrad ist abhängig von:

  • der Größe der Hämorrhoiden,
  • dem Ausmaß des Prolaps (prolabieren = Heraustreten aus dem After)
  • sowie der Möglichkeit der digitalen Reposition (= Möglichkeit, die Hämorrhoiden wieder mit dem Finger zurückdrücken zu können).

Anhand der drei genannten Kriterien kann bestimmt werden, wie stark Sie betroffen sind. Dies entspricht international dem gängigen Vorgehen unter den Ärzten und medizinischen Spezialisten.

Die sogenannte Goligher-Einteilung von Hämorrhoiden ist unter medizinischen Experten durchweg akzeptiert:

  • Grad 1: Dieser ist nur durch eine Darmspiegelung des letzten Teils des Darms sichtbar. Die Hämorrhoiden-Gefäßpolster sind vergrößert. Typische Hämorrhoiden-Symptome: Meist Blutungen, aber keine Schmerzen. 
  • Grad 2: Die vergrößerten Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang aus dem Analkanal heraus und ziehen sich von alleine wieder zurück. Typische Hämorrhoiden-Symptome: Zusätzliches Nässen, Schleimabgang, Brennen, Juckreiz
  • Grad 3: Die vergrößerten Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang aus dem Analkanal heraus und ziehen sich nur digital, das heißt mit Hilfe der Finger, zurück. Sie sind jedoch noch reponibel (=zurückbringbar). Typische Hämorrhoiden-Symptome: Zusätzlich Schmerzen, Druckgefühl
  • Grad 4: Die vergrößerten Hämorrhoiden treten dauerhaft aus dem Analkanal heraus und sind nicht mit Hilfe der Finger reponibel (=zurückbringbar). Typische Hämorrhoiden-Symptome: Zusätzlich Verhärtungen, Hautfalten (sog. Marisken), Stuhl­inkontinenz 
infografik über 4 schweregrade bei hämorrhoiden

“Wichtig für Sie als Betroffene bzw. Betroffener: Die Übergänge zwischen den Stufen und Graden der Hämorrhoiden-Symptome sind fließend und ändern sich nicht abrupt. Es gab in der Vergangenheit auch Fälle, bei denen verschiedene Grade des Hämorrhoidalleidens an ein und demselben Patienten ärztlich festgestellt wurden. Auch deshalb empfehlen wir Ihnen bei akuten Beschwerden und Hämorrhoiden-Symptomen immer eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen!”

Welche Ärztin / welcher Arzt untersucht Hämorrhoiden-Symptomen?

Zu diesem Thema erfahren Sie alles wichtige in unserem Beitrag “Welcher Arzt bei Hämorrhoiden?“. Sie finden den Beitrag durch Klick auf diesen Link.

Wenn Sie unter Hämorrhoiden-Symptomen leiden, suchen Sie zunächst Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt auf. Sie / er wird Sie dann, wenn notwendig, an einen Facharzt überweisen. Proktologen sind im Fall der Hämorrhoiden in der Regel die richtige Adresse. Zur Umkreissuche nach Spezialisten für Enddarmerkrankungen gelangen Sie hier.

Die Proktologin bzw. der Proktologe führt eine sogenannte proktologische Basisdiagnostik durch. Diese Darm-Grunduntersuchung umfasst neben der Abfrage Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte (Anamnese) meist auch die Untersuchung des Mastdarms mit dem Endoskop.

Auch Gynäkologen oder Urologen können bei Hämorrhoiden-Symptomen konsultiert werden

Einige Hautarzt-Praxen bieten auch die Behandlung des Hämorrhoidalleidens an. Abhängig vom Vertrauensverhältnis können Sie als Frau auch Ihren Gynäkologen/Frauenarzt oder als Mann Ihren Urologen ansprechen. Meist hat man zu diesem bereits seit einigen Jahren ein Vertrauensverhältnis aufgrund vormaliger Untersuchungen im Schambereich.

Wie sehen Hämorrhoiden aus?

Beim Aufbau, Aussehen und Funktion von Körperteilen und Organen spricht man von Anatomie. Die Anatomie gibt Auskunft über Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen und Gewebe aber auch Zellen.
Die Anatomie von Hämorrhoiden hängt eng mit der Anatomie des sogenannten Analsphinkters zusammen. Dieser wird umgangssprachlich auch als Schließmuskel bezeichnet.

Aus anatomischer Sicht sind Hämorrhoiden Gefäßkonvolute und im normalen Zustand nicht sichtbar. Einfach erklärt, sind Gefäßkonvolute ein Komplex aus eng miteinander verschlungen angeordneten Blutgefäßen. Vergrößert sich das Gewebe durch Zunahme der Zellzahl (sogenannte Hyperplasie) und treten dann zusätzliche Beschwerden auf, so spricht man vom Hämorrhoidalleiden. Erst beim Prolaps treten diese heraus und sind sichtbar. Hämorrhoiden haben einen stärker violetten Farbton im Vergleich zur übrigen Schleimhaut im Afterbereich.

Auf echte Abbildungen haben wir auf dieser Seite bewusst verzichtet, denn es gibt genügend Fotos von Hämorrhoiden im Internet. Falls Sie es interessiert haben wir Ihnen eine Linksammlung von Hämorrhoiden Bildern zusammengestellt. Das Buch “Proktologische Diagnostik“* von Oliver Schwandner enthält ebenfalls sehr viele Abbildungen von Hämorrhoiden unterschiedlichster Grade. Das Buch ist leider nicht ganz günstig, jedoch extrem informativ hinsichtlich sämtlicher Enddarmerkrankungen. 

 

Was sind die Ursachen für Hämorrhoiden-Symptome und was begünstigt die Entstehung von Hämorrhoiden?

Schon der berühmte Arzt der Antike Hippokrates (460 bis 370 vor Christus) stellte sich die Frage nach den Ursachen von Hämorrhoiden-Symptomen und des Hämorrhoidalleidens. Er vermutete, dass das Hämorrhoidalleiden aufgrund des aufrechten Ganges des Menschen entsteht und durch das “körperlich untypische” Verhalten die Hämorrhoidalpolster belastet.

Ursachen von Hämorrhoiden-Symptomen noch nicht vollständig erforscht

Es wird Sie vielleicht wundern, aber der Wissenschaft fehlt auch heute immer noch ein eindeutiges Bild bei der Erklärung der Ursachen von Hämorrhoiden-Symptomen bzw. des Hämorrhoidalleidens. Es fehlt schlichtweg an genügend geeigneten Studien um ein einheitliches Bild zu erhalten. Sie werden im Internet viele Quellen finden, die Ihnen weismachen wollen, die wahren Gründe für Hämorrhoiden eindeutig zu kennen. So sind die in der Forschung diskutierten möglichen Ursachen vielfältig aber keineswegs eindeutig. Unser Anspruch ist es, Ihnen dennoch mit dieser Seite den besten und aktuellsten Überblick über den Stand der Forschung, gängige Hilfsmittel und Hausmittel sowie über die Möglichkeiten zur schnellen Abhilfe bei Hämorrhoiden-Beschwerden zu geben.

Betroffene können Risikofaktoren beeinflussen

Bei der Ursachenerklärung von Hämorrhoiden kann zwischen den direkten Wirkungsursachen und den eher langfristig und indirekt wirkenden Risikofaktoren unterschieden werden. Die Wirkungsursachen sind im Grunde die medizinische, wenn man so will, “direkte und mechanische” Erklärung für das Auftreten des Hämorrhoidalleidens. Die Risikofaktoren begünstigen wiederum die Wirkungsursachen. Gerade im Bereich der Risikofaktoren können Sie selber viel tun, um Abhilfe zu schaffen. Unsere Seite stellt Ihnen dazu einen umfassenden Überblick an Hilfsmitteln zur Verfügung.

Wirkungsursachen

Auch wenn die direkten Ursachen für das Hämorrhoidalleiden in der Forschung nicht abschließend geklärt sind, wird eine venöse Blutstauung als Ursache für die Vergrößerung von Hämorrhoiden als hauptursächlich vermutet.

Vereinfacht gesprochen, füllen sich die Hämorrhoiden-Gefäßpolster im Rahmen der Darmabdichtung mit Blut, das Blut kann jedoch aus verschiedenen Gründen nicht mehr vollständig abfließen. Vergrößert sich das Gewebe durch Zunahme der Zellzahl (sogenannte Hyperplasie) spricht man von Hämorrhoiden. Treten dann die zusätzlich typischen Beschwerden und Hämorrhoiden-Symptome auf, so spricht man vom Hämorrhoidalleiden. 

Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Ein möglicher Grund sind sogenannte AV-Shunts. Als AV-Shunt (oder auch AV-Fistel) wird der arteriovenöse Blutübertritt von einer Arterie (Blut fließt vom Herzen weg) und einer Vene (Blut fließt zum Herzen hin) bezeichnet. Kurzum: Es kommt zum “Kurzschluss” zweier Systeme, die eigentlich nicht verbunden sein dürften. Auch denkbar ist, dass eine erhöhte Anspannung des Schließmuskels (sogenannte Sphinktertonus) und ein Heraustreten der Hämorrhoiden (Prolaps) wiederum den Blutabfluss behindern.

Bindegewebsschwäche kann Hämorrhoiden-Symptome begünstigen

Als eine weitere Ursache wurde die Kollagen-Zusammensetzung in einigen Studien beschrieben. Kollagene sind Proteine und die wichtigsten Faser-Bestandteile von Blutgefäßen, Haut, Knochen, Zähnen usw. Hier spielt insbesondere die Kollagen-Menge als auch die Kollagen-Qualität eine Rolle. Diese beiden Faktoren beeinflussen wiederum die Bindegewebsschwäche, was Hämorrhoiden-Symptome begünstigt.

Angeborene Veranlagung für Hämorrhoidenleiden und Hämorrhoiden-Symptome möglich

In diesem Zusammenhang spielen mutmaßlich auch die Gene eine Rolle. Eine angeborene Schwäche der Gefäßwände im Analbereich könnte Hämorrhoiden begünstigen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Festigkeit der Gefäßwände ab und Hämorrhoiden treten häufiger auf. Allerdings fehlen auch hier eindeutige Studien, die den Nachweis final erbringen. Dennoch wird es in der Wissenschaft als plausibel angesehen.

Falsches Verhalten beim Stuhlgang ebenfalls Auslöser von Hämorrhoiden-Symptomen

Neben den genannten direkten Ursachen spielt die Durchführung des Stuhlgangs (Defäkationsverhalten) und die Konsistenz des Stuhls eine sehr wichtige Rolle.

Starkes Pressen beim Stuhlgang kann beispielsweise dazu führen, dass die Hämorrhoidalpolster anschwellen und sich mit Blut füllen und beim Stuhlgang verletzt werden.

Wichtig ist auch die Beschaffenheit (Konsistenz) des Kots. Kommt es z.B. zu verändertem Stuhlgang (zu weich, zu hart), kann die empfindliche Schleimhaut der Hämorrhoidal-Gefäße verletzt werden. Folglich können sich Hämorrhoiden-Symptome wie Entzündungen und Blutungen ergeben, die wiederum unangenehme Folgen für die Betroffenen haben.

Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang auch, dass es uns auf unseren Klos mittlerweile zu bequem geworden ist. Komfortable Toilettensitze, aber auch der Zeitvertreib mit Smartphone, Zeitschriften usw. begünstigen “lange Sitzungen” und die Neigung zu langem und damit belastendem Pressen.   

Besondere Umstände wie Schwangerschaft, Fettleibigkeit (Adipositas) oder Bauchwassersucht (Aszites) erhöhen zudem den Bauchinnendruck und begünstigen Hämorrhoiden-Symptome und das Hämorrhoidalleiden.

Risikofaktoren

Über die letzten Jahrzehnte haben viele Studien verschiedene Risikofaktoren für Hämorrhoiden bzw. das Hämorrhoidalleiden überprüft und in einigen Fällen bestätigt oder auch widerlegt.

In der “Hämorrhoiden-Community” haben sich über die Jahre die folgenden wesentlichen Risikofaktoren als ursächlich herauskristallisiert:

Wenig Bewegung / Sitzen
sitzender-mann-kaffee
  • Allgemein westlicher Lebensstil mit wenig Bewegung und “Sitzberufen” (Angestellte, Fahrzeugführer, etc.)
  • Arbeit und Freizeit mit Tendenz zum langen Sitzen
  • Bewegungsmangel
  • Körperlich anstrengende Arbeiten
  • Bestimmte anstrengende Sportarten wie Gewichtheben 
Körpergewicht
Waage
  • Fettleibigkeit
  • Übergewicht
Ernährung
Wei0brot
  • Flüssigkeitsmangel
  • Ernährung mit zu wenigen Ballaststoffen
  • Alkoholkonsum
  • Nikotin / Zigarettenkonsum*
  • Koffein / Kaffeekonsum
  • Scharfe Ernährung
  • Verstopfung
  • Dauerhaft eingenommene Abführmittel
Stress / Psyche
Mensch unter Zeitdruck

Warum ist das Thema Hämorrhoiden-Symptome noch so wenig erforscht?

Die medizinische Wissenschaft ist eine Erfahrungswissenschaft und basiert in erster Linie auf sogenannten empirischen Studien (empirisch = aus der Erfahrung, Beobachtung). Für die Aussagekraft empirischer Studien ist die Qualität der erhobenen Daten ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Studien nicht immer repräsentativ

Es werden hohe Qualitätsansprüche an Studien gestellt. Jeder Medizinstudent lernt in den ersten Semestern, dass Studien “valide”, “objektiv” und “reliabel” sein müssen. Darunter fällt als eines der wichtigsten Kritiken, nämlich, dass die Datengrundlage repräsentativ sein muss. Repräsentativität liegt dann vor, wenn eine Studie auf einer Zufallsauswahl basiert. Da Hämorrhoiden-Symptome immer noch ein Tabu-Thema sind, basieren die Daten in der medizinischen Hämorrhoiden-Forschung meist auf Gelegenheitsstichproben. Was wiederum bedeutet, dass die Ergebnisse dieser Studien eigentlich nicht so einfach auf die Allgemeinheit hochgerechnet werden dürften, d.h., nicht wirklich allgemeingültig sind.

Forschungsinteresse an Hämorrhoiden eher gering

Möglich ist auch, dass nicht allzu viele Forscher zu einem Thema forschen möchten, dass allgemein als wenig “sexy” gilt. Zudem verspricht die Erforschung von Hämorrhoiden – im Vergleich zum Beispiel zur Darmkrebsforschung – nur wenig wissenschaftlichen Ruhm. So räumen führende Forscher in diesem Bereich ein: Das Hämorrhoidalleiden wurde in den letzten Jahren auf Fachkongressen weniger behandelt als andere Themen (Aigner 2018). Das ist verwunderlich, denn gerade die hohen Fallzahlen und die Verwechslungsgefahr mit schwereren Krankheiten würden eigentlich dafür sprechen, dass die Forschung hier viel weiter sein müsste.

Symptome von Hämorrhoiden

Was sind typische Hämorrhoiden-Symptome?

Im Internet wird sehr viel über Hämorrhoiden-Symptome und die vermeintlich richtige Diagnose von Hämorrhoiden bzw. des Hämorrhoidalleidens geschrieben. Wichtig ist zu beachten, dass die Symptome von Hämorrhoiden oft uncharakteristisch sind. Das bedeutet, dass auftretende Beschwerden auch andere Ursprünge haben können als die Hämorrhoiden. 

Wir haben den Anspruch, Ihnen ein aktuelles und wissenschaftlich fundiertes Gesamtbild zu geben. Deshalb müssen und wollen wir darauf hinweisen, dass nur eine Ärztin oder ein Arzt eine medizinisch korrekte Diagnose für Ihre individuelle Situation stellen kann! Dennoch besteht unter Wissenschaftlern Einigkeit, dass folgende Symptome am ehesten auf ein Hämorrhoidalleiden schließen lassen: 

Bluten

Das sogenannte transanale Bluten (transanal = “durch den After”) gilt als das häufigste Hämorrhoiden-Symptom bzw. des Hämorrhoidalleidens. Die Blutung kann sowohl einmalig, wiederkehrend oder auch fortgesetzt ohne Unterbrechung auftreten. Meist tritt die Blutung beim Stuhlgang auf. Möglich ist auch, dass die Blutung erst nach dem Stuhlgang auftritt.

Die Blutungen haben meist eine hellrote Farbe. Die Phasen der Blutung wechseln sich ab. Das heißt, es kann Phasen geben, an denen die Blutungen sehr stark sind und bei jedem Stuhlgang auftreten. Es kann aber auch wochenlang keine Blutung vorkommen. Dieses “Blutungsverhalten” ist nicht eindeutig für das Hämorrhoidalleiden kennzeichnend. Man muss immer beachten, dass auch andere Krankheiten ursächlich dafür sein können. Deshalb sicherheitshalber zum Arzt gehen!

Nässen und Schmieren

Kommt es zum Prolaps, das heißt zum Heraustreten der Hämorrhoiden aus dem Analkanal, kann als Folgewirkung die Feinkontinenz gestört sein. Damit ist die Fähigkeit des Afters gemeint, Ausscheidung von Kot zu verhindern. Experten gehen davon, dass die Hämorrhoidenpolster rund 15 bis 20% der Kontinenz ausmachen und insbesondere Gase und flüssigen Stuhl zurückhalten. Ist diese Funktion gestört kann als Folge kothaltiger Schleim leichter aus dem Darm austreten. Infolgedessen wird die schmierige Substanz im Afterbereich und der Analrinne vom Betroffenen als Nässen empfunden. Kot- und sekretverschmierte Wäsche kann eine unangenehme Folge davon sein.

Juckreiz und Brennen

Durch die Störung der Feinkontinenz des Schließmuskels tritt kothaltiger Schleim aus und verursacht eine Reizung der empfindlichen Haut rund um den After. Die Folge sind Hämorrhoiden-Symptome bzw. des Hämorrhoidalleidens wie quälender Juckreiz und Brennen. Genauer gesagt sind es Folgewirkungen. Im schlimmsten Fall kann als Folgewirkung ein sogenanntes “irritativ toxisches Analexzem” entstehen. Das ist eine akute und oft chronische Entzündung der Haut um den After. Schuld daran ist die Reizung der empfindlichen Haut durch das Kot-Sekret. Umgangssprachlich wird das “irritativ toxische Analexzem” auch gerne als Wolf bezeichnet, eine nässende Entzündung der Haut. Dies lässt sich meist mit geeigneten Salben begegnen.

Schmerzen

Wichtig ist zu wissen, dass Hämorrhoiden rein anatomisch eigentlich keine Schmerzen verursachen können. Denn: Hämorrhoiden sind  “lediglich” Gefäßpolster, die sich am nicht empfindsamen Endbereich des Darms (im sogenannten distalen Bereich) befinden. Schmerzen entstehen vielmehr aufgrund des unten beschriebenen Einklemmens oder als Folge anderer Beschwerden. Zum Beispiel Thrombosen, Abszessen, Fisteln oder geschwollene Hautfalten (ödematösen Marisken). 

Eine seltene, aber sehr wichtige Ursache für starke Schmerzen kann das Einklemmen der Hämorrhoiden sein (Fachbegriff inkarzeriert-thrombosierter Hämorrhoidalprolaps). Vereinfacht gesprochen, kommt es dabei zu einer akut auftretenden entzündlichen Schwellung der Analhaut. Zusätzlich dazu kommt es zum Heraustreten, also dem Prolaps, der entzündeten Hämorrhoiden. Die entzündeten Hämorrhoiden werden, durch die Schwellung begünstigt, im Prinzip vom Schließmuskel eingeklemmt. Dieser Fall ist selten und stellt eine Extremform dar. Patienten leiden in diesem Fall unter so starken Schmerzen, dass sie oft nicht mehr sitzen können.

Einige Fachleute gehen davon aus, dass gerade eher gehemmte und schüchterne Menschen mit großem Schamgefühl von diesem Fall betroffen sind, da das Aufsuchen von ärztlicher Beratung vermieden wird und man sich der falschen Hilfsmittel bedient. Kontraproduktives Verhalten wäre zum Beispiel, das Nässen durch übertriebene und falsche Analhygiene (zum Beispiel parfümierte Feuchttücher) zu lindern.

Weitere Hämorrhoiden-Symptome

Als weitere Symptome werden das Fremdkörpergefühl im Analbereich und das Gefühl der nicht vollständigen Entleerung beim Stuhlgang beschrieben. In extremen Fällen (bei Grad 4) kann auch eine Geschwürbildung auftreten. 

Diagnose: Wie Hämorrhoiden erkennen?

Die im vorherigen Abschnitt aufgeführten Symptome können Hinweise auf Hämorrhoiden geben. Wir fassen nochmals zusammen, was die typischen Symptome für Hämorrhoiden sind und wie sich Hämorrhoiden erkennen lassen:

  • Bluten
  • Nässen
  • Schmieren
  • Juckreiz und Brennen
  • Schmerzen sowie Fremdkörpergefühl
  • Gefühl der nicht vollständigen Entleerung beim Stuhlgang
  • und in extremen Formen Geschwürbildung (bei Grad 4).

Für eine verlässliche Diagnose andere Darm-Erkrankungen ausschließen

Um ein abschließendes Bild zu bekommen, sollte bei der Fachärztin / dem Facharzt eine proktologische Basisuntersuchung durchgeführt werden. Erstens ist damit eine verlässliche Diagnose für die weitere Behandlung möglich und zweitens kann ausgeschlossen werden, dass es sich nicht um eine andere, möglicherweise schwerere Darm-Erkrankung handelt.

Auf Basis der Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) führen Fachärzte folgende Schritte bei der proktologischen Basisuntersuchung durch:

  1. Anamnese=Erfragen und Aufzeichnung über Art, Ausmaß und Dauer der Beschwerden wie Blutung, Prolaps, Hygiene, Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
  2. Abfragen der Stuhlgewohnheiten (Häufigkeit, Konsistenz und Umfang der Entleerung)
  3. Abfrage möglicher Erbkrankheiten (zum Beispiel Karzinom-Fälle in der Familie)
  4. Inspektion, digital-rektale Austastung und Proktoskopie (Spiegelung des Analkanals und Enddarms bis zu einer Tiefe von rund 10-20 cm)
  5. Rektoskopie (Spiegelung von rund 20-30 cm des Dickdarms) zum Ausschluss anderer Erkrankungen.

Gerade bei Patienten und Patientinnen ab 40 Jahren wird empfohlen, zusätzlich eine sogenannte Sigmoidoskopie durchzuführen. Hier wird das gesamte Rektum und der Dickdarm mit einem flexiblen Endoskop bis zu einer Tiefe von rund 30-40 cm gespiegelt.

Mit welchen Krankheiten können Hämorrhoiden-Symptome verwechselt werden?

Werden Erkrankungen mit identischer oder ähnlicher Symptome verwechselt, so spricht man in der Medizin von Differentialdiagnosen. Bei Hämorrhoiden sind laut eines Artikels im Deutschen Ärzteblatt folgende Differenzialdiagnosen möglich:

  • Analthrombosen
  • Polypen
  • Adenome
  • Karzinome (eher selten Analkanalkarzinom, tiefsitzendes Rektumkarzinom, Melanom)
  • Hypertrophe Analpapillen
  • Rektumprolaps
  • Marisken

Warum jucken und brennen Hämorrhoiden?

Das Jucken und Brennen entsteht durch das Ausscheiden von Sekret (Inkontinenz) am After. Siehe dazu die Ausführungen zum Thema “Jucken und Brennen” unter dem Abschnitt Symptome von Hämorrhoiden.

Warum nässen Hämorrhoiden?

Das Nässen von Hämorrhoiden ist auch hier hauptsächlich auf die auftretende Inkontinenz des Afters zurückzuführen. Stuhl und Sekrete könne im Prinzip ungehindert aus dem Darm austreten und sorgen für das Gefühl des Nässens.

Warum bluten Hämorrhoiden?

Blutungen am After können verschiedene Ursachen haben, weshalb grundsätzlich eine ärztliche Untersuchung zu empfehlen ist. Im Zusammenhang mit Hämorrhoiden entsteht das Bluten beim oder nach dem Stuhlgang. Bei starkem Pressen füllen sich die Hämorrhoidalpolster mit Blut. Kommt dann noch harter Stuhl infolge von falscher Ernährung, zu wenig Bewegung, Verstopfung usw. hinzu, können die Hämorrhoidalpolster verletzt werden.

Wer untersucht Hämorrhoiden-Symptome bei Frauen? Wer untersucht Hämorrhoiden-Symptome bei Männern?

Proktologen und teilweise auch Hautärzte bieten Leistungen zur Diagnose und Behandlung von Hämorrhoiden an. Diese Ärzte behandeln sowohl Frauen als auch Männer. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr.

ärzte helfen bei hämorrhoiden ursachen symptome und behandlungs-möglichkeiten zu bestimmen

Sprechen Sie jedoch gerne auch als Frau Ihre Frauenärztin / Ihren Frauenarzt oder als Mann Ihre Urologin / Ihren Urologen an. Meist hat man über Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und die Schamgefühle für Untersuchungen im Intimbereich überwunden.

In vielen Fällen kann auch bereits Ihr Hausarzt bei Beschwerden rund um Hämorrhoiden helfen. Wird es komplizierter, oder wird gar eine Operation in Erwägung gezogen, so überweist der Hausarzt Sie ohnehin an den passenden Facharzt.

In welchem Alter treten Hämorrhoiden-Symptome auf?

Hämorrhoiden sind kein reines Phänomen des Alters. Sie können durchaus auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Am Häufigsten treten Hämorrhoiden jedoch zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr auf. 

“Der Autor dieses Artikels litt bereits mit Mitte 20 an Hämorrhoiden. Auch diese eigene Erfahrung hat uns motiviert, mit www.haemorrhoiden-hilfsmittel.de eine Plattform zur Verfügung zu stellen, auf der Erkrankte einen schnellen und optimalen Überblick über die gängigen Hilfsmittel erhalten.”

Behandlung von Hämorrhoiden

Was hilft gegen Hämorrhoidenleiden und Hämorrhoiden-Symptome?

Wenn Sie an Hämorrhoiden leiden, gibt es eine Vielzahl an Hilfsmitteln und Hausmitteln, mit denen Sie die Symptome zunächst lindern können. In manchen Fällen ist eine Operation jedoch notwendig, insbesondere wenn die Basistherapie aus Hilfs- und Hausmitteln nicht mehr ausreicht. In jedem Fall empfehlen wir Ihnen bei akuten Beschwerden eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

Die einzelnen Stufen der Hämorrhoiden-Therapie haben wir Ihnen in folgender Infografik in Anlehnung an die medizinische Fachliteratur dargestellt:

infografik mit einem stufenkonzept zur behandlung von hämorrhoiden

Wie Sie der Infografik oben entnehmen können, gliedert sich das Stufenkonzept zur Therapie von Hämorrhoiden in 3 Stufen: der Konservativen Basistherapie, der Minimalinvasiven Therapie sowie der Operativen Therapie.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Aspekte der jeweiligen Therapiestufe für Sie übersichtlich aufbereitet.

1) Konservative Basistherapie

Wenn Sie an Hämorrhoiden leiden, gibt es eine Vielzahl an Therapieformen, die Sie bereits jetzt selbst durchführen können. Besonders bei der Basistherapie stehen verschiedene Tipps und Hilfsmittel zur Verfügung.

Neben der Umstellung der Lebensgewohnheiten gehört die Anwendung von Medikamenten wie SalbenZäpfchen und Co. zur konservativen Basistherapie.

Die folgenden Abschnitte zeigen hierfür verschiedene Lösungsansätze auf:

Umstellung der Lebensgewohnheiten

Klicken Sie einfach auf die Schlagworte, um mehr über den jeweiligen Lösungsansatz zu erfahren.

Studien konnten eindeutig nachweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen Körperfülle (BMI) und Hämorrhoiden gibt. Das heißt, je höher das Körpergewicht desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Hämorrhoiden zu leiden. Die Gewichtsreduktion ist daher ein zentrales Element der Therapie von Hämorrhoiden. Schlüssel zu diesem Ziel ist neben der Umstellung der Ernährung mehr Bewegung und Sport.

Die Basistherapie beinhaltet als wesentliches Element die ballaststoffreiche Ernährung und die Stuhlregulation.

Wie sollte man sich bei Hämorrhoiden ernähren? Verschiedene Studien konnten nachweisen, dass beispielsweise die typischen Hämorrhoiden-Symptome wie Bluten durch eine Umstellung der Ernährung gelindert werden konnten!
Denn durch ballaststoffreiche Ernährung werden die Ursachen für Hämorrhoiden wie Verstopfung aber auch Durchfall vermieden. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch Wasser und Tee! Folgende Lebensmittel sind beispielsweise besonders ballaststoffreich:

  • Leinsamen 
  • Flohsamen
  • Weizensamen
  • Kartoffeln
  • Erbsen
  • Bohnen
  • Linsen
  • Traubenkernmehl
  • Flohsamenschalen 
  • Obst wie Aprikose oder Pflaume


Zusätzlich sollten Sie den Genuss folgender Produkte reduzieren, oder noch besser vermeiden:

  • Alkohol
  • Scharfes Essen
  • Stark gewürztes Essen
  • Nikotin / Zigaretten
  • Kaffee

Hand aufs Herz: Und da sind wir auch nur Menschen. Die Umstellung der Ernährung ist keine einfache Sache, da man oft in Verbindung mit Gewohnheiten, bei Stress und wenig Zeit nicht ohne weiteres dauerhaft nur noch Samen, Nüsse oder Obst essen will. Man traut es ja fast nicht auszusprechen, da eine fast schon sklavisch gesunde Ernährung zum guten Ton und zum aktuellen Lifestyle-Zeitgeist gehört.

Für viele ist eine Ernährungsumstellung oder Diät eine sehr schwierige und langatmige Angelegenheit. Helfen können hier zugeschnittene Diät-Programme, sogenannte Superfoods oder auch ballaststoffreiche Nahrungsergänzungsmittel.
 

Bewegen Sie sich regelmäßig. Bei großer Körperfülle können Spaziergänge und Wanderungen bereits erste Abhilfe schaffen. Schonende Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen oder Beckenbodengymnastik ergänzen das Fitnessprogramm.

Vermeiden Sie extrem anstrengende Sportarten die den Druck im Körper erhöhen (z.B. Gewichtheben).

Die Umstellung der Ernährung ist der erste Schritt mit dem Sie anfangen sollten. Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass neben der Ernährung das richtige Stuhlverhalten (fachdeutsch “Defäkationsverhalten”), also die Art und Weise wie wir unseren Darm entleeren, eine wichtige Rolle zur Linderung der Beschwerden spielt.

Es geht schlichtweg darum, sein gewohntes Stuhlverhalten zu verändern. Wie wir bereits im Kapitel rund um die Ursachen von Hämorrhoiden erläutert haben, ist das lange Sitzen und die Neigung zum Pressen Mitschuld am Hämorrhoidalleiden. Gerade Patienten mit Hämorrhoiden 3. und 4. Grades weisen laut Studien Verhaltensweisen wie starkes Pressen auf und leiden am Gefühl der unvollständigen Entleerung und häufigem Stuhldrang.

Empfohlen werden daher folgende Schritte in Anlehnung an das TONE Programm nach Dr. Garg.

Das TONE Programm beinhaltet folgende Schritte:

  1. Vermeiden von Pressen 
  2. Einhaltung einer “1-3-Regel”. Das heißt, wenn möglich max. 1 mal am Tag Darmentleerung und max. 3 Minuten Sitzung.
  3. Dies kombiniert mit der oben beschriebenen ballaststoffreichen Ernährung.

In einer Studie konnte Dr. Garg nachweisen, dass bei 70% der Patienten die Symptome gelindert werden konnten. Lediglich bei 13% war die Erkrankung so schwer, dass eine operativer Eingriff notwendig wurde.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, den ersten Stuhldrang am Morgen durch ein Glas warmes Wasser zu stimulieren.

Ein kleiner Schemel für die Füße kann die Sitzposition optimieren.

Vermeiden Sie es, Smartphone, Zeitschriften oder Bücher mit aufs Klo zu nehmen, um die 3 Minuten Regel einzuhalten.

Wichtiger Hinweis: Es ist erstmal nicht bedenklich, wenn man nicht jeden Tag Stuhlgang hat.

Fazit: “Gerade durch die Kombination aus der Umstellung der Ernährung, dem damit einhergehenden Gewichtsverlust und der Verbesserung der Stuhlkonsistenz, und der Stuhlregulation kann die Basistherapie schon viel zur Linderung beitragen!”

Nicht zu unterschätzen ist bei der Behandlung von Hämorrhoiden die Wirkung von schonender Analhygiene. Mit schonend meinen wir die Anwendung von Sitzbädern und eben nicht die klassischen Mittel der Analhygiene wie feuchte Klotücher oder raues Klopapier.

Die übertriebene Anwendung von Feuchttüchern wird die Hämorrhoiden-Beschwerden eher verschlimmern als zur Heilung beizutragen. Verwenden Sie daher, wenn überhaupt nötig, nur feuchte Klotücher ohne Zusätze wie Parfum oder Alkohol.

Sitzbäder haben sowohl eine positive Wirkung auf die Analhygiene als auch eine entspannende Wirkung für den Schließmuskel. Befeuchten Sie die Analregion mit klarem warmen Wasser. Entscheiden Sie bei akuten Beschwerden selbst ob Ihnen nicht kaltes oder lauwarmes Wasser besser hilft die Schwellungen zu reduzieren. Sitzbäder können Sie mit einem speziell konzipierten Sitzbad-Becken durchführen. Erfahren Sie dazu mehr in unserem Spezialbeitrag: Hämorrhoiden wärmen oder kühlen?

Hier können Sie sich wieder als Eselsbrücke die “3/15 Regel” merken. Führen Sie 3 Sitzbäder am Tag für bis zu 15 Minuten durch. Zur Verbesserung der Heilung eignen sich noch zusätzliche Badezusätze wie Eichenrindenextrakt oder Kamille. Zu diesen Hausmitteln erfahren Sie mehr im Spezialbeitrag: Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Was wirkt?

Ein Risikofaktor für Hämorrhoiden bzw. Hämorrhoidalleiden ist das zu häufige und falsche Sitzen.

Sitzende Arbeit lässt sich in unserer Dienstleistungsgesellschaft leider nicht vermeiden. Laut der aktuellen Bewegungsstudie 2020 der Techniker Krankenkasse sitzen Deutsche im Durchschnitt 6,5 Stunden am Tag! Und das nicht nur bei der Arbeit sondern auch privat vor dem Fernseher oder abends am PC, im Kino, im Restaurant, Auto, Zug, usw.

Zwei Drittel der Bevölkerung bewegen sich demnach im Alltag weniger als eine Stunde!

Logischerweise kann auch nach Auftreten des Hämorrhoidalleidens Sitzen nicht ohne weiteres vermieden werden. Dabei würde weniger Sitzen bei Hämorrhoiden möglicherweise Abhilfe schaffen. Ein Luxus ist da natürlich ein höhenverstellbarer Schreibtisch*, dabei gehört dieser noch längst nicht zur Standard-Ausstattung von Büros. Wenn Sie freiberuflich tätig sind, können Sie sich einen solchen Wunsch noch eher verwirklichen.

Wem der höhenverstellbare Tisch zu teuer ist, kann auf Zwischenlösungen wie Sitzkissen oder Sitzpolster zurückgreifen. Sitzkissen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Erfahren Sie in diesem ausführlichen Spezialbeitrag dazu mehr: Hämorrhoiden Kissen: die Top 10

Die meisten sind als sog. Freilagerungssitzkissen konzipiert und helfen durch Aussparungen in der Mitte Schmerzen im Sakral- und Rektalbereich zu lindern. Je nach Ausgestaltung wirken ringförmige Öffnungen druckentlastend durch Freilagerung dieser Bereiche beim Sitzen. Daneben gibt es Gel-Sitzkissen, die sich individuell an den jeweiligen Körper anpassen.

Eine wichtige Rolle kann auch die richtige Unterwäsche bei Hämorrhoiden spielen. Eine Empfehlung ist laut Studien, dass man enge und polyesterhaltige Unterwäsche vermeiden sollte. Vielmehr ist hoch atmungsaktive Baumwoll-Unterwäsche geeignet um die Analregion sauber und trocken zu halten. Erfahren dazu mehr in unserem Spezialbeitrag zur richtigen Unterwäsche bei Hämorrhoiden

Weichspüler und parfümierte Waschmittel sind dagegen ebenfalls bei Hämorrhoiden zu vermeiden.

Medikamente und Co.

Bei der medikamentösen Behandlung wird in Fachkreisen grundsätzlich zwischen sogenannten Medikamenten zur inneren Anwendung und zur äußeren Anwendung unterschieden. Ferner können bei Hämorrhoiden auch Hausmittel und Homöopathie zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. 

Klicken Sie einfach auf die Schlagworte, um mehr über den jeweiligen Lösungsansatz zu erfahren.

Interna sind in der Regel nicht rezeptfreie Medikamente, die zur Linderung der Symptome und nach Operationen angewendet werden. Die Schulmedizin verabreicht weltweit am häufigsten das Medikament Daflon®, welches aber nicht in Deutschland zugelassen ist. Als weitere Medikamente sind Deflanin plus® und Venuroton® bekannt.

Bitte sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, ob die Medikamente zulässig sind und welche Nebenwirkungen bestehen.

Bei akuten Beschwerden obliegt es Ihrem Arzt, welches Medikament er Ihnen verschreibt und empfiehlt. Wir möchten uns hier auf die Hilfsmittel beschränken, die frei am Markt erwerbbar sind. 

Externa bzw. “Hämorrhoidalia” sind Salben, Cremes, Zäpfchen und Analtampons. Sie haben gemeinsam, dass sie nur Symptome und Beschwerden lindern, jedoch das Hämorrhoidalleiden nicht komplett heilen. Um Hämorrhoiden vollständig zu heilen sind wiederum die bereits gezeigten basistherapeutischen Maßnahmen wie Ernährung, Stuhlverhalten usw. notwendig oder gar eine Operation. Ein operativer Eingriff ist jedoch gemessen an der Gesamtzahl der Erkrankten der Ausnahmefall. So werden laut Studien nur 1,5% der Fälle operiert. 

Externa bzw. “Hämorrhoidalia” werden rund um den Anus (Salben, Cremes) oder rektal (Zäpfchen, Anaptampons) angewendet. Die Wirkstoffe sind entweder lokal betäubend (z.B. Lidocain) oder oder entzündungshemmend (z.B. Kortikosteroide). Neben den genannten konventionellen Wirkstoffen existieren viele Produkte auf pflanzlicher Basis. Viele medizinische Studien bewerten die Wirksamkeit dieser Mittel positiv. 

Am Markt existiert eine Vielzahl an Salben, Cremes, Zäpfchen und Analtampons. So gibt es in Deutschland allein rd. 30 bis 40 rezeptfreie Salben. Ziel dieser Seite ist, Ihnen einen Überblick über Hilfsmittel und Preise dieser Produkte zu verschaffen. Wir haben daher mit einem eigens entwickelten Ranking-Modell die Top 5 der Salben  und Top 5 der Zäpfchen bei Hämorrhoiden identifiziert. Erfahren Sie in unseren Spezialbeiträgen dazu durch Klick auf die Links mehr.

Für die Linderung von Hämorrhoiden stehen verschiedene Hausmittel zur Verfügung. Teilweise existieren auch wissenschaftliche Nachweise (siehe dazu Kersting et al 2013) für deren Wirksamkeit. Die folgende Übersicht wird im ausführlichen Artikel zur Wirksamkeit von Hausmitteln nochmals detailliert vorgestellt:

  • Flohsamenschalen 
  • Leinsamen 
  • Honig 
  • Cissus Quadrangularis
  • Aloe Vera 
  • Hamamelis / Zaubernuss 
  • Kamille 
  • Ringelblume / Calendula 
  • Blutwurz / Tormentill 
  • Mäusedorn 
  • Rosskastanie 
  • Arnika 
  • Buchweizenkraut 
  • Eichenrinde 
  • Tigergras / Gotu Kola 
  • Olivenöl 
  • Teebaumöl 
  • Kokosöl 

Ferner gibt es auch homöopathische Hilfsmittel wie Zäpfchen und Globuli, welche wir Ihnen im Detail vorstellen werden.

An der Homöopathie scheiden sich schon seit vielen Jahren die Geister. Offiziell ist die Wirkungsweise dieser alternativen Heilmethode wissenschaftlich nicht anerkannt. Wir wollen uns an dieser gar nicht auf die Diskussion zu Sinn oder Unsinn von Homöopathie einlassen. Fakt ist jedoch, dass es zahlreiche Heilmittel speziell für das Hämorrhoidalleiden gibt. Wir stellen diese im Detail auf einer eigene Produktseite vor.

Auch Schüssler-Salze kommen bei Hämorrhoiden in Betracht. Erfahren Sie in dem Spezialbeitrag “6 bewährte Schüssler-Salze bei Hämorrhoiden mehr zur Behandlung von Hämorrhoiden mit Schüssler-Salzen.

2) Minimalinvasive Therapie

Als Zwischenstufe zwischen konservativer Basistherapie und konventioneller Chirurgie eignen sich die interventionalen minimalinvasiven Verfahren. Diese werden meist ab Grad 3 des Hämorrhoidalleidens und manchmal auch schon ab Grad 2 angewandt. Die häufigsten Verfahren der minimalinvasiven Chirurgie sind die Skelosierung und die Gummibandligatur.

Die Auswahl des geeigneten Verfahrens ist immer im individuellen Fall des Patienten, das heißt unter Gesichtspunkten wie Schweregrad der Erkrankung, Dauer der Arbeitsunfähigkeit, Schmerzreduktion und Kosteneffizienz abzuwägen.

Klicken Sie einfach auf die Schlagworte, um mehr über den jeweiligen Lösungsansatz zu erfahren.

Unter Sklerosierung ist eine Form der „Verödung“ der Hämorrhoiden zu verstehen. Es erfolgt die Injektion eines geeigneten Skelosierungsmittels (z.B. Polidocanol-Lösungen) um die Blutzufuhr in die Hämorrhoiden zu verringern. So kommt es durch die Zuführung des Mittels zu einer gewollt herbei geführten entzündlichen Reaktion. Diese bewirkt wiederum ein „Verkleben“ von Bindegewebsschichten und führt zur Drosselung der Blutzufuhr.

Zwei Verödungsarten

Es werden zwei Verödungsformen unterschieden. Bei der Methode nach Blond wird das Sklerosierungsmittel direkt in die Hämorrhoidalpolster gespritzt. Bei der Methode nach Blanchard wird das Sklerosierungsmittel oberhalb der Hämorrhoiden in die versorgenden bzw. zuführenden Arterien eingespritzt. Die Sklerosierung der Hämorrhoiden ist prinzipiell schmerzfrei, da keine Nervenenden durch die Injektion getroffen werden (sollten).

Vorteile der Sklerosierung

Die Maßnahme kann ohne große Vorbereitung durchgeführt werden. Die Sklerosierung muss je nach Erfolg der Therapie auch mehrfach wiederholt werden. Sie wird meist ambulant durchgeführt. Nebenwirkungen sind gering (rund 6 bis 7% der Fälle) und können sein: Blutungen, Stuhldrang, urologische Komplikationen wie eine Blockade der Harnwege (sog. Harnverhalt), Abszesse oder allergische Reaktionen.

Nachteile der Sklerosierung

Der Nachteil der Methode ist, dass sie zwar auf kurze Sicht und bei niedrig-gradigen Hämorrhoidalleiden gut wirkt, jedoch in der Langzeitbetrachtung im Vergleich zu anderen Methoden weniger erfolgreich ist. Fachabteilungen führender Unikliniken nehmen deshalb zunehmend Abstand von der Anwendung der Sklerosierung (z.B. Universitätsklinik Bern).

Die Gummibandligatur gehört zu den gängigsten Methoden bei der Behandlung von Hämorrhoiden.

Wie wird die Gummibandligatur durchgeführt? Bei der Gummibandligatur werden die Hämorrhoidalpolster zunächst durch eine Zange oder durch eine Ansaugpumpe am Proktoskop angesaugt und festgehalten. Nachdem „Fassen“ wird das Gewebe mit Hilfe eines speziellen Ligatur-Geräts und eines Gummibands abgeschnürt. Damit wird die Blutzufuhr reduziert und nach 5 bis 10 Tagen stirbt das abgeschnürte Gewebe ab.

Die bleibende Wunde vernarbt und verschrumpft. Das hat den gewünschten Effekt, dass überschüssiges Hämorrhoidalgewebe reduziert wird.

Vor- und Nachteile der Gummibandligatur

Auch bei der Gummibandligatur ist die Komplikationsrate niedrig und liegt bei unter 10%. Nebenwirkungen können sein: Schmerzen und Bluten, Druckgefühl, verstärkter Stuhldrang und in Ausnahmefällen schwere Entzündungen. Z.B. kann es sehr schmerzhaft sein, wenn die Ligatur zu tief am Hämorrhoidalpolster angebracht wird. Das Verfahren kann zwar mehrfach wiederholt werden, jedoch steigt das Risiko von Komplikationen mit der Anzahl der durchgeführten Gummibandligaturen. Pro Sitzung werden max. 2 bis 3 Ligaturen empfohlen. Nach 4 bis 6 Wochen kann der Eingriff wiederholt werden.

Erfolgschancen

Die Erfolgschancen sind bei niedrig-gradigen Hämorrhoiden höher. Bei höher-gradigen Hämorrhoiden ist die Methode meist weniger erfolgreich, wenngleich die Symptome etwas reduziert werden können. Bezüglich Langzeiterfolgsraten zeigt die Forschung jedoch sehr unterschiedliche Ergebnisse. Auf kurze Sicht ist diese ungefähr so erfolgreich wie operative Verfahren. Langfristig schwankt der Erfolg jedoch zwischen 30% und 98% je nachdem welcher medizinischen Studie man glaubt.

Grundsätzlich zeigen operative Maßnahmen deutlich bessere Langzeiterfolge als die Gummibandligatur, auch wenn operative Verfahren höhere Schmerzen und Komplikatioen zur Folge haben. Mehr dazu im gleich folgenden Abschnitt.

Weitere Verfahren der minimalinvasiven Therapie sind die eher neueren Verfahren wie Laserbehandlung, Infrarotbehandlung oder Radiofrequenzablation.

 

3) Operative Therapie (konventionelle Chirurgie)

Laut aktuellen medizinischen Fachbeiträgen herrscht keine Einigkeit darüber, ob die operative oder die konservative Therapie das angemessene Allheilmittel darstellt.

Operiert wird in der Regel erst, wenn Beschwerden auftreten und der Patient dies ausdrücklich wünscht. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass nur 5-10% der Patienten eine Operation benötigen. Umso mehr spielen die klassischen Hilfsmittel eine sehr wichtige Rolle, um zumindest den Leidensdruck im Alltag zu minimieren.

Die Palette an operativen Therapien ist sehr breit und unübersichtlich. Medizinische Experten räumen ein, dass Ärzte oft nicht die nach dem aktuellen Stand der Forschung wirksamsten Verfahren auswählen. Stattdessen fällt die Wahl auf jene Verfahren, die der behandelnde Arzt aus seiner Ausbildung und seinem Erfahrungsschatz kennt.

In der operativen Therapie werden 3 grundsätzliche Operationsformen unterschieden: Segmentale Verfahren nach Milligan Morgan und Ferguson; Dopplergesteuerte Hämorrhoidal-Arterienligatur; Stapler-Verfahren nach Longo und Kobladin.

Klicken Sie einfach auf die Schlagworte, um mehr über den jeweiligen Lösungsansatz zu erfahren.

Kern dieses chirurgischen Verfahrens ist die Entfernung (=Ektomie) der Hämorrhoiden durch Herausschneiden (=exzidieren).

Es gibt verschiedene Methoden, die nach den jeweiligen Begründern benannt sind.

Methode nach Milligan Morgan

Bei der Methode nach Milligan Morgan werden die Hömorrhoidenpolster operativ entfernt und anschließend die Wunde offen gelassen. Man spricht daher auch von der offenen Technik. Die Operation wird meist unter Vollnarkose durchgeführt. Auch eine lokale Betäubung ist grundsätzlich möglich. Die Operation dauert im Durchschnitt 30 Minuten. Der Krankenhausaufenthalt liegt meist zwischen 2 und 5 Tagen. Im Durchschnitt ist der Patient rund 2 bis 3 Wochen arbeitsunfähig.

Methode nach Ferguson

Bei der Methode nach Ferguson wird die Wunde nach dem Entfernen des Gewebes weitestgehend zugenäht. Deshalb spricht man hier auf vom geschlossenen Verfahren. Die Operation wird auch hier meist unter Vollnarkose durchgeführt. Auch eine lokale Betäubung ist grundsätzlich möglich. Die Operation dauert, im Durchschnitt etwas länger als das offene Verfahren, zwischen 20 und 60 Minuten. Der Krankenhausaufenthalt liegt bei rund 3 bis 5 Tagen. Im Durchschnitt ist der Patient rund 2 bis 3 Wochen arbeitsunfähig.

Bewertung der der beiden Methoden nach Milligan Morgan und Ferguson

Beide Verfahren sind schmerzhafter als die minimalinvasiven Verfahren. Vollständig verheilt sind die Wunden meist erst nach 3 bis 6 Wochen. Übersichtsstudien konnten nachweisen, dass die geschlossene Technik insgesamt vorteilhafter ist, auch wenn die Operationszeit länger ist. So sind Schmerzen und Blutungen nach der Operation mit geschlossener Technik geringer und die Wundheilung ist insgesamt schneller. Die aktuellen Leitlinien sprechen jedoch ausnahmslos die Empfehlung aus, dass die Methoden nach Milligan Morgan sowie nach Ferguson als gleichwertig angesehen werden sollen.

 

Bei der DGHAL, oder auch oft nur „HAL“ genannt, werden die blutzuführenden Hämorrhoidalarterien mittels einer sogenannten Umstechungsligatur im Prinzip „abgeschnürt“. Um die richtigen Arterien zu finden wird ein Ultraschall-Doppler-Gerät eingesetzt. Es werden im Durchschnitt um die 10 Ligaturen gesetzt, was die Operationsdauer deutlich länger werden lässt. Insgesamt ist das Verfahren schmerzfreier als die zuvor beschriebenen Exzisions-Verfahren. Die Operation wird meist mit lokaler Betäubung durchgeführt und die Rückkehr zum Arbeitsplatz ist meist schneller möglich.

Das Stapler-Verfahren nach Longo (Fachbegriff: Stapler-Hämorrhoidopexie) kam vor rund 20 Jahren als innovative Operationsmethode auf den Markt. Bei dieser mittlerweile weit verbreiteten Methode wird zunächst der Analkanal geweitet. Danach werden die heraustretenden Hämorrhoidenpolster mit Hilfe eines Staplergeräts wieder an ihre ursprüngliche Position zurückgebracht und fixiert.

Entfernt wird nicht das gesamte Hämorrhoidenpolster, sondern nur ein Teil der oberen Schleimhaut und des Bindegewebes. Das Staplergerät ist als Rundschneide- und Klammer-Gerät nach dem englischen Begriff „staple“ (deutsch: Klammergerät, Tacker, Heftklammer) benannt. Das Verfahren wird meist unter Vollnarkose oder teilweise örtlicher Betäubung durchgeführt.

Das Staplerverfahren gilt als sehr effektiv da sowohl die Schmerzen, die Dauer des Klinikaufenthalts und die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen geringer sind als bei anderen Methoden. Nachteilig ist jedoch, dass es sich um ein vergleichsweise teures Verfahren handelt, was von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht übernommen wird.

Was hilft schnell gegen Hämorrhoiden?

Wir geben zu, dass die oben genannten Therapieformen und Hilfsmittel Geduld erfordern. Bei akuten Beschwerden möchte man jedoch schnellstmögliche Abhilfe erhalten.

Das SOFORTPROGRAMM bei Hämorrhoiden:

  1. Starten Sie mit einer Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreiche Kost
  2. Bewegen Sie sich ausreichend und führen Sie schonende Sportarten durch
  3. Beachten Sie die Hinweise zur Analhygiene
  4. Passen Sie Ihr Stuhlverhalten an, auch wenn es schwer fällt und oft nicht praxistauglich ist. Vermeiden Sie es zu pressen und sitzen Sie nicht zu lange mit dem Smartphone auf der Toilette (TONE Programm nach Garg)
  5. Zur Linderung von Schmerzen wenden Sie (ggf. in Absprache mit Ihrem Arzt) Salben, Cremes, Zäpfchen an
  6. Wenn sich die Symptome nicht verbessern, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Wann sollte man Hämorrhoiden operieren?

In der Regel erfolgt eine OP bei Hämorrhoiden erst ab Grad 3 und 4. Unabhängig davon sollten die Maßnahmen der Basistherapie immer durchgeführt werden. Zu rd. 90% treten Hämorrhoiden 1. und 2. Grades auf. Diese lassen sich nach Einschätzung von Medizinern über konservative Maßnahmen (Ernährung, Salben etc.) und alternative Verfahren meist gut behandeln.

Wir möchten aber an dieser Stelle nochmals eindringlich darum bitten, dass Sie bei akuten Schmerzen und Blutungen sicherheitshalber einen Arzt oder Ärztin aufsuchen sollten, um mögliche schwerere andere Erkrankungen auszuschließen.

Was passiert, wenn man Hämorrhoiden nicht behandelt?

Unbehandelt verläuft die Krankheit progredient, also fortschreitend bzw. sich verschlechternd. Auch wenn es bei niedrig-gradigen Hämorrhoidalleiden in der Vergangenheit durchaus auch Fälle von Rückbildungen gab, sollten Sie vorsorglich mit Maßnahmen der Basistherapie beginnen.

Sind Hämorrhoiden ansteckend?

Nein, Hämorrhoiden sind nicht ansteckend. 

Quellen:
  • Aigner, F. (2018): “Hämorrhoiden” in: coloproctology 40, 246
  • Alonso-Coello P, Guyatt G, Heels-Ansdell D (2005): “Laxatives for the treatment of hemorrhoids” in: Cochrane Database of Systematic Reviews (4) 2005: CD004649
  • Alonso-Coello P, Mills E, Heels-Ansdell D, (2006): “Fiber for the treatment of hemorrhoids complications: a systematic review and meta-analysis” in: American Journal of Gastroenterology ; 101(1): 181–8.
  • AMBOSS – Fachwissen für Mediziner: Hämorrhoiden und Hämorrhoidalleiden. www.amboss.com.
  • Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (2019): “Langfassung der S3-Leitlinie 081/007: Hämorrhoidalleiden”, Stand 04/2019
  • Deutsches Ärzteblatt (2010): “Medizinreport, Die Diagnose ‘Hämorrhoidalleiden’ wird zu häufig gestellt” in: Deutsches Ärzteblatt Jg. 107, Heft 5 | 5. Februar 2010
  • Garg, P, Singh, P. (2017): “Adequate dietary fiber supplement and TONE can help avoid surgery in most patients with advanced hemorrhoids” in: Minerva Gastroenterol Dietol ; 63(2): 92–6.
  • Goligher JC, Duthie HL, Nixon HH, Duthie H, Nixon H (1984 / 1985): “Surgery of the anus, rectum and colon”. in: 4th ed. London: Baillière Tindall; 1984 // 1985.
  • Hemorrhoid Centers of America
  • Hyams L, Philpot J (1970): “An epidemiological investigation of hemorrhoids” in: American Journal of Proctology, New York ; 21(3): 177–93.
  • Johannsson, HO, Graf W, Pahlman L (2005): “Bowel habits in hemorrhoid patients and normal subjects” in: American Journal of Gastroenterology; 100(2): 401–6.
  • Kersting S, Karsten E, Berg E (2013): “Hämorrhoiden: Wann operieren?” in: Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen; 11 (3), 12-16
  • Laubert, T., Kahlke, V. (2020): “Hämorrhoidenoperation” in: coloproctology 42, 30–36
  • Lechleitner, A., Studer, P., Brügger, L. (2019): “Hämorrhoiden – wo stehen wir heute?” in: Swiss Medical Forum – 2019; 19(47-48), S. 788-774
  • Lee JH, Kim HE, Kang JH, Shin JY, Song YM (2014): “Factors associated with hemorrhoids in korean adults: korean national health and nutrition examination survey” in: Korean Journal of Family Medicine; 35(5):227-236.
  • Lorenc Z, Gökçe Ö. (2016): “Tribenoside and lidocaine in the local treatment of hemorrhoids: an overview of clinical evidence” in: European Review for Medical and Pharmacological Sciences; 20(12):2742-2751.
  • Moesgaard F, Nielsen ML, Hansen JB, Knudsen, JT (1982): “High-fiber diet reduces bleeding and pain in patients with hemorrhoids: a double-blind trial of Vi-Siblin” in: Diseases of the Colon & Rectum; 25(5): 454–6.
  • Nelson RL, Abcarian H, Davis FG, Persky, V (1995): “Prevalence of benign anorectal disease in a randomly selected population” in: Diseases of the Colon and Rectum; 38(4): 341–4.
  • Perez-Miranda M, Gomez-Cedenilla A, Leon-Colombo T, Pajares, J, Mate-Jimenez, J (1996): “Effect of fiber supplements on internal bleeding hemorrhoids” in: Hepatogastroenterology; 43(12): 1504–7.
  • Petersen, S., Holch, P. & Jongen, J. (2020): “Leitlinien zur Behandlung des Hämorrhoidalleidens” in: coloproctology 42, 6–13
  • Riss S, Weiser FA, Schwameis K (2012): “The prevalence of hemorrhoids in adults” in: International Journal of Colorectal Disease 27:215–220
  • Schmidt-Lauber, M (2013): “Die Prävalenz von Hämorrhoiden bei Erwachsenen” in: coloproctology, 35: 38–39
  • Schwandner, O, (Hrsg.) (2016): “Proktologische Diagnostik”, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
  • Statistisches Bundesamt: Bevölkerung: Deutschland, Stichtag, Altersjahre, Stand 2020
  • Techniker Krankenkasse, Bewegungsstudie 2020
  • Wienert, V (2003): “Externa-Grundstoffe proktologischer Zubereitungen” in: Colo-Proctology; 25(1): 39–41.
 

Bildquellen